Halluzinogene

Unter der Bezeichnung Halluzinogene werden sehr unterschiedliche psychoaktive Substanzen zusammengefasst, die sich in der Wirkung ähneln. Zu den „klassischen“ Halluzinogenen zählt man LSD, Zauberpilze und Meskalin. Daneben gibt es noch eine Reihe anderer Pflanzen, wie Fliegenpilz und Nachtschattengewächse sowie synthetische Substanzen wie PCP („Angel Dust“) oder Ketamin, die in bestimmten Dosen halluzinogene Effekte erzeugen.

So unterschiedlich die halluzinogenen Substanzen sind, so sehr ähneln sich deren Wirkungen. Allen Halluzinogenen ist gemeinsam, dass sie tiefgreifende psychische Veränderungen hervorrufen können. Typisch ist dabei ein stark verändertes Erleben von Raum und Zeit.

Die Halluzinogene scheinen damit an den Wurzeln des Bewusstseins zu rütteln, denn das Denken, Fühlen und die Wahrnehmung werden massiv beeinflusst. Eingefahrene Denkstrukturen werden durchbrochen und abgelöst von assoziativen Gedankenketten. Die Verarbeitung der Wahrnehmungen gerät in Unordnung, was sich durch Sinnestäuschungen bemerkbar macht. Die Objekte der Umgebung scheinen in Bewegung zu geraten oder ineinander zu fließen.

Der massivste Eingriff in das Bewusstsein dürfte aber der Verlust der Ich-Empfindung sein. Das im normalen Alltag selbstverständliche Gefühl der Ich-Begrenztheit geht verloren. Je nach Person und kulturellem Hintergrund werden diese Erfahrungen unterschiedlich interpretiert. Die einen nehmen dies als Eins-Sein mit der Welt wahr oder schreiben den Erfahrungen gar eine religiöse Dimension zu. Andere hingegen fühlen sich durch die extreme psychische Situation bedroht und laufen Gefahr „abzustürzen“.

Überhaupt ist der Rauschverlauf sehr stark von der Person, ihren Erwartungen und der Situation abhängig. Die Erlebnisse können von einer euphorischen Grundstimmung getragen werden. Ebenso kann die Stimmung auch in Panik und Entsetzen umkippen, da die Erlebnisse Angst bereiten können. Das nennt man dann Horror-Trip. Es ist zwar noch niemand an einer Überdosis LSD gestorben, es besteht aber insbesondere bei einem Horror-Trip die Gefahr, dass sich der Konsument durch Verkennung der Realität selbst gefährdet, beispielsweise weil der Betroffene sich von wilden Tieren verfolgt sieht und dabei vor ein Auto rennt.

Die tiefgreifenden psychischen Veränderungen können aber auch ernsthafte psychische Probleme auslösen. Am schwerwiegendsten sind die drogeninduzierten Psychosen, die als „Hängenbleiben“ bezeichnet werden. Dabei ernüchtern die Konsumenten nicht wieder mit dem Abklingen der Wirkungen, sondern geraten in eine dauerhafte Psychose.

Umstritten ist die Gefahr eines Flash-backs. Die Wissenschaft konnte Flash-backs im Zusammenhang mit dem Konsum von Halluzinogenen weder nachweisen noch widerlegen. Dabei soll es auch noch Wochen bis Monate nach dem Konsum zu plötzlichen Rauschzuständen kommen können.

 

(Quelle/mit freundlicher Genehmigung von: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) – drugcom.de)